Turnierbericht Deutsche Schach- Amateurmeisterschaft (Ramada-Cup) in Köln-Brühl

Damit auch zu sehen ist, dass Engelsdorfer Schachspieler nicht ausschließlich an
Mannschaftskämpfen teilnehmen, hier ein paar persönliche Eindrücke vom Turnier in Köln-Brühl.
Nach meinem desaströsen Abschneiden beim Qualifikationsturnier in Aalen (ich war mehr in der
Terme als am Schachbrett, aber das war nicht wirklich der Grund) und der nicht-Teilnahme wegen
Krankheit in Bad Soden und Magdeburg hatte ich etwas spät für Köln-Brühl gemeldet und kam nur
noch auf die Warteliste. Erst drei Tage vor Turnierbeginn war meine Teilnahme in Sack und Tüten.
Herzlichen Dank an die Schachfreunde aus Taucha, speziell Wilfried Arndt, die mich im Auto so
kurzfristig mitnahmen. Auch aus Leipzig hatte sich noch der eine oder andere Schachfreund auf die
weite Reise begeben. Leider war kein weiterer aus Engelsdorf bei diesem schönen Turnier dabei.
Einige Spieler saßen kurz vor Rosenmontag im Karnevalskostüm am Brett und ein paar Spieler
ließen wegen des Karnevals auch die 4. Runde am Sonnabend aus. (Wie es diesen dann zur 5.
Runde ging, ist mir nicht bekannt.)
Insgesamt nahmen 360 Spieler den Kampf um die Qualifikationsplätze in 6Wertungsgruppen im
völlig gefüllten Turniersaal auf. In jeder Gruppe qualifizieren sich die ersten 6 für das Finale im
Juni.
Die A-Gruppe (TWZ 2101 – 2300) bestand aus 28 Teilnehmern und ich war mit Setzlistenplatz 13
im Mittelfeld.
Erfahrungsgemäß bedeutet das aber nicht viel, da die TWZ-Unterschiede meist nicht groß sind.
Kurz zum Verlauf meiner Partien:
In der 1. Runde erhielt ich mit Weiß eine glatte Gewinnstellung inklusive Mehrbauer. Leider stellte
ich im Gefühl des sicheren Sieges meinen wichtigsten, den Schwarzen lähmenden Bauern ein, und
alles begann von vorn. Zum Glück revanchierte sich mein Gegner bald, so dass ich ein sicher
gewonnenes Endspiel erreichte.
Die 2. Runde wieder mit Weiß (und nur eine knappe Stunde nach dem Ende der ersten Partie) gegen
einen sehr starken, jungen Gegner verlief ziemlich ausgeglichen, wenn man davon absieht, dass ich
ein paar Züge vor der Zeitkontrolle einen guten, mich in deutlichen Vorteil bringenden Zug übersah.
Also Remis. Aber ich war ganz zufrieden.
In der 3. Runde mit Schwarz (was auch sonst?) ging es gegen die Nummer Eins der Setzliste, die
Partie endete schnell in einer für mich leicht vorteilhaften Stellung remis. Das war gut, da die
Entspannungspause zur nächsten Partie groß genug wurde. Mein Gegner opferte schnell einen
Bauern und musste sich dann die gesamte Zeit um Kompensation mühen.
Die 4. Runde wieder mit Schwarz war anspruchsvoller und weit länger, aber fast die ganze Zeit
ausgeglichen und da keiner der beiden Kontrahenten die Stellung in großer Zeitnot ausblitzen
wollte, vereinbarten wir Remis.
Wie sich nach der letzten Runde zeigte, war dieser Entschluss von beiden Seiten richtig.
Damit war die Entscheidung auf die letzte Runde verschoben. Bei einer Niederlage drohte mir ca.
Platz 12, bei einem Remis Platz 6-8 (was für mich OK gewesen wäre) und bei einem Sieg 3. – 5.,
was die sichere Qualifikation fürs Finale bedeutete.
Zum Glück erwischte ich mit Weiß einen guten Tag, bis auf einen mittleren Fehler in Zeitnot war
die Partie vernünftig, so dass nach dem Sieg für mich Platz 2 bis 4, nach Wertung Platz 4 als
Endergebnis für mich herauskam.
Das Turnier war natürlich top organisiert und macht wie immer Laune auf mehr. Jens Forner
(Gruppe E, 3. Platz) war der einzige Spieler aus Leipzig und der näheren Umgebung, der eine
Platzierung unter den ersten Drei erreichte. Herzlichen Glückwunsch.

Friedbert Prüfer