Die Nerven, die Nerven liegen blank ….

Letzten Sonntag stand die 7. Runde der Sachsenliga auf dem Programm. Diesmal nutzten wir einen
kleinen taktischen Trick und besetzten das 1. Brett nicht. Dadurch waren wir im Gegensatz zu sonst
an allen übrigen Brettern DWZ-mäßig in Vorteil, allerdings meistens nur ein kleines Plus.
Immerhin. Dafür ging es mit 0:1 los.
Nach Ende der Eröffnungsphase lehnte ich ein Remisangebot meines Gegners ab, was später noch
von Bedeutung sein wird.
An fast allen anderen Brettern standen wir zumindest nicht schlechter, Günther sogar schon besser.
Nur Robert musste sich mit einer leicht schlechteren Stellung beschäftigen, aber das war kein
wirkliches Problem.
Als ich das nächste mal Umschau hielt, stand Günther praktisch auf Gewinn, Robert hatte das Spiel
etwa ausgeglichen und alle übrigen Bretter einschließlich meinem standen etwa gleich.
Jens remisierte als erster durch Zugwiederholung in ausgeglichener Stellung, dann glich Günther
zum 1,5 : 1,5 aus mit einem sicheren und standesgemäßen Sieg. Vincent begann, sich deutlichen
Vorteil zu erarbeiten. Auch Heinz stand besser und Michael’s Stellung war etwa gleich. Dann
überschlugen sich die Ereignisse. Michael forcierte in fast ausgeglichener Stellung Remis durch
Zugwiederholung und leider wurde auch die Partie von Heinz aus dem gleichen Grund Remis. Nun
stand es 2,5 :2,5 und ein wichtiger Sieg schien greifbar nahe. Nur Robert, Vincent und ich spielten
noch. Robert erhielt nach einem Fehler seines Gegners eine Riesenchance, praktisch sofort zu
gewinnen. Leider spielte er anders, wobei er einen Konter übersah. Danach musste er Remis
zulassen, natürlich durch Zugwiederholung (oder Dauerschach, wie man will), wie es an diesem
Tag laufend vorkam. Allerdings hätte sein Gegner dies nicht tun brauchen, er stand leicht besser.
(Vermutlich allerdings ohne reale Gewinnchance.)
Damit spielten nur noch Vincent mit Gewinnstellung und der Autor dieses Artikels und es stand 3:3.
Ich hatte eine etwas bessere Stellung, übersah dann allerdings einen starken Zug meines Gegners.
Anschließend stand er besser und ich hatte viel Zeit verbraucht, in der folgenden Zeitnotphase
spielten wir beide nicht wirklich genau und es entstand eine völlig gleiche Stellung. Für meinen 40.
Zug hatte ich noch 16 Sekunden, also kein Problem. Zumal ich Kg2 ziehen wollte und die Stellung
übersichtlich war. Abgelenkt von einer plötzlichen Idee verbrauchte ich dafür zu viel Zeit und damit
Zeitüberschreitung und 3:4. Kurz danach gewann Vincent seine schon lange gewonnene Position
gegen seine junge Gegnerin endgültig, also 4:4.
Ein wichtiger Punkt durch meine Unaufmerksamkeit verschenkt. Eigentlich zwei, da gegen einen
unmittelbaren Abstiegskonkurrenten.
Ansonsten war es eine geschlossene Mannschaftsleistung, mit allerdings einer zu hohen
Remistendenz.
Da es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von ca. 85% zwei Absteiger gibt (ca. 11% drei (!)
Absteiger und ca. 4% nur ein Absteiger) ist unsere Situation jetzt schwieriger denn je.

Friedbert